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Förderprojekt Provenienzforschung

Am 15. Juli 2020 startet ein Projekt zur Provenienzforschung im Bereich „NS-Raubgut“ am Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK), gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste. Es ist eines von insgesamt 25 Projekten, die in der ersten Antragsrunde 2020 bewilligt wurden.

Das zweijährige Forschungsprojekt „Die Erwerbungen des Kunstgewerbemuseums (heute: Museum für Angewandte Kunst Köln) 1933 bis 1940“ hat die erstmalige, systematische Überprüfung der Herkunftsgeschichte aller 396 Objekte, die zwischen 1933 und 1940 dem MAKK zugegangen sind, zum Ziel. Bei den Objekten handelt es sich insbesondere um Fayencen, Porzellan, Gläser und Möbel, für die im Falle eines NS-verfolgungsbedingten Entzugs eine „gerechte und faire Lösung“ mit den rechtmäßigen Eigentümern zu finden ist.

Eine Restitution erfolgte bereits 1953: 19 Fayenceobjekte, die Rudolf Verres, der Direktor des Kölner Museums für Kunsthandwerk (Name des Kunstgewerbemuseums zwischen 1934 und 1938), 1937 beim jüdischen Sammler Igo Levi in Nürnberg erworben hatte. In der Zeit des Nationalsozialismus und insbesondere seit der Berufung Adolf Feulners zum Generaldirektor der kunstgewerblichen Museen (Museum für Kunsthandwerk, Schnütgen-Museum, Museum für Ostasiatische Kunst) im Jahre 1937, wurden zahlreiche Ankäufe zur Erweiterung der Museumssammlungen getätigt und dabei auch die Zwangslage jüdischer Sammler ausgenutzt.

Im Rahmen der Neukonzeption der Historischen Schausammlungen des Museums für Angewandte Kunst Köln wurden seit 2018 bereits erste Überprüfungen einzelner Werke vorgenommen, aus denen sich verschiedene Verdachtsmomente ergeben haben. Beispielsweise liegen Erkenntnisse zu einer Stiftung aus dem Jahr 1938 vor, die im Rahmen des Forschungsprojektes weiter vertieft werden sollen. In diesem Fall handelt es sich um einen kostbaren, aufwendig gefertigten Deckelpokal mit Planetengöttern. Die bisherigen Ergebnisse zur Herkunft dieses Renaissance-Bechers sind hier veröffentlicht.

Im Laufe der zweijährigen Forschung werden regelmäßig Zwischenergebnisse auf der Internetseite des MAKK veröffentlicht.