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Symposium

Innovation - Imitation - Eigenkreation

29. September 2022, 12.30-18 Uhr, Eintritt frei

Techniknarrative und technologische Evidenz venezianischen und „nach venezianischer Art“ gefertigten Glases der Frühen Neuzeit


Ein interdisziplinäres Symposion an der Schnittstelle aktueller Forschung und musealer Wissensvermittlung.

Das Museum für Angewandte Kunst Köln und das Kunsthistorische Institut der Universität Köln möchten im Rahmen eines kleinen, halbtägigen Symposions einem interessierten Publikum die erhellenden Zusammenhänge und verblüffenden Erkenntnismöglichkeiten interdisziplinärer Zusammenarbeit präsentieren:
Das weite Themengebiet des venezianischen Glases der frühen Neuzeit ist dabei besonders spannend. Der bis heute großen Beliebtheit der venezianischen Glaskunst und dem Ruhm der Kunstfertigkeit der Glasmacher stehen die Fragen nach den Motiven und Formen der literarischen Rezeption und Weitergabe der Herstellungsverfahren sowie die noch immer geheimnisumwitterten (al-) chemischen Hintergründe und Zusammensetzungen der Glasmassen gegenüber. Die Wissensvermittlung im Museum umschließt neben all diesen Aspekten nicht zuletzt die Frage, wie eine Unterscheidung zwischen „originalen“ und „imitierten“ Gläsern mit eng verwandter Formensprache getroffen werden kann.
Wir freuen uns auf einen regen Wissensaustausch und vielfältige Anregungen.

Programm

13:00 Uhr: Start: Ice-Braker - Ankommen, Kennenlernen, Small-Talk.

13:30 Uhr: Grußwort

13:45 Uhr: PD Dr. Henrike Haug: Techniknarrative. Zur Bewertung kunsttechnischer Verfahren in der Frühen Neuzeit

14:15 Uhr: Diskussion

14:30 Uhr: Karina Pawlow: Glasgeschichte(n): Patente des Cinquecento und was sie über die venezianische Glaskunst verraten

15:00 Uhr: Diskussion

15:15 Uhr: Pause

15:45 Uhr: Dr. Patricia Brattig: Die Sammlung historischer Gläser im Museum für Angewandte Kunst

16:15 Uhr: Diskussion

16:30 Uhr: Karl Tobias Friedrich, Dr. Boaz Paz: Venezianisch oder „à la façon de Venise“? Der Beitrag zerstörungsfreier Analytik bei der Zuschreibung frühneuzeitlicher Gläser. Ein Zwischenbericht

17:30 Uhr: Diskussion

17:45 Uhr: Abschiedswort

Venezianisch oder „à la façon de Venise“?

Ein neuer Anlauf zur Lösung einer klassischen Fragestellung bei der Zuschreibung frühneuzeitlicher Gläser

Vortrag vom17. März 2021

Der Vortrag von Dipl.-Rest. Karl Tobias Friedrich, Leiter der wissenschaftliche Restaurierung und Konservierung des MAKK, in Zusammenarbeit mit Boaz Paz, Sonja Behrendt und Alexandra Finkenauer wurde am 17. März 2021 im Rahmen der Jahrestagung des Arbeitskreises Archäometrie und Denkmalpflege der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft DMG gehalten. Eine Aufzeichnung der Online-Veranstaltung war aus rechtlichen Gründen nicht möglich, unten finden Sie das Vortragstranskript zum Download.

Das MAKK besitzt eine reiche Sammlung renaissancezeitlicher bis manieristischer Gläser des späten 15. bis 17. Jahrhunderts. Viele dieser Gläser entsprechen stilistisch venezianischen Gefäßtypen. Allerdings können diese allein aufgrund typologischer oder technologischer Merkmale nicht eindeutig einer Herstellungsregion zugeschrieben werden, da es bereits seit dem 16. Jahrhundert in ganz Europa vereinzelte Zentren sogenannter „Façon de Venise“-Produktion, unter anderem in Antwerpen, London oder Ljubljana, mit maßgeblichem technologischem Einfluss emigrierter venezianischer Glasmacher gab.

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, mithilfe zerstörungsfreier portabler Röntgenfluoreszenzanalytik (pRFA) reproduzierbare, hinreichend quantitative Messergebnisse für charakteristische Haupt-, Neben und Spurenelemente der verwendeten Glasmassen zu erzielen, um mithilfe statistischer Methoden eine regionale Eingrenzung der Herstellungsorte vornehmen zu können.

Hier können Sie das Trasnkript des Vortrags herunterladen.

Programm des Symposiums am 29.09.2022

Hier können Sie das PDF herunterladen.